Ratgeber · Mobile Wärme
Mobile Elektroheizung: wassergeführt oder luftgeführt?
· Swiss Energy Group · Aktualisiert am
Das Wichtigste in Kürze
Wann passt eine mobile Elektroheizung, und welche Bauart?
Eine mobile Elektroheizung passt, wenn wenig Leistung reicht: bis rund 40 kW je Gerät, begrenzt durch den Stromanschluss. Wassergeführte Geräte speisen Heizwasser in Heizkörper oder Fussbodenheizung und heizen Estrich auf. Luftgeführte Heizlüfter blasen warme Luft direkt oder über einen Warmluftschlauch in Raum, Halle oder Rohbau. Beide arbeiten ohne Abgas und dürfen im Gebäude stehen.
- Leistung
- Bis rund 40 kW je Gerät, begrenzt durch den Stromanschluss
- Stromanschluss
- 16 A / 230 V bis 63 A / 400 V; rund 40 kW erst ab 63 A
- Wassergeführt
- Vor- und Rücklauf DN 25 (1″), Vorlauf bis 90 °C
- Luftgeführt
- Warme Luft direkt oder über einen Warmluftschlauch
- Aufstellung
- Im Gebäude oder davor; ohne Abgas und Brennstofflager
- Mehr Leistung
- Heizmobil im Anhänger mit 80 bis 900 kW
Wassergeführt oder luftgeführt? Das hängt davon ab, ob im Gebäude eine Heizung mit Heizkörpern oder Fussbodenheizung vorhanden ist: Dann bringt ein wassergeführtes Elektroheizgerät die Wärme über das Heizwasser in alle Räume. Fehlt sie oder läuft sie noch nicht, etwa im Rohbau, in einer Halle oder im Zelt, bläst ein luftgeführter Heizlüfter die warme Luft direkt dorthin, wo sie gebraucht wird. Beide Bauarten sind für kleine Leistungen bis rund 40 kW gedacht. Muss ein ganzes Gebäude versorgt werden, ist das Heizmobil, die Heizzentrale im Anhänger, die übliche Lösung.
- Stromanschluss nach NIN, 16 A / 230 V bis 63 A / 400 V; er begrenzt bei beiden Bauarten die Leistung, rund 40 kW gibt es erst ab 63 A
- Wassergeführtes Elektroheizgerät auf der Sackkarre: Heizstäbe erwärmen das Heizwasser, Vorlauf bis 90 °C
- Heizkörper und Fussbodenheizung bleiben in Betrieb; neue Unterlagsböden heizt ein Aufheizprogramm auf
- Luftgeführter Heizlüfter: Ein Ventilator bläst Luft über das elektrische Heizregister
- Der Warmluftschlauch führt die warme Luft dorthin, wo sie gebraucht wird
Wassergeführt: Wärme über die vorhandene Heizung
Ein wassergeführtes Elektroheizgerät ersetzt den Wärmeerzeuger, nicht die Heizung. Es steht auf einer Sackkarre im Heizraum oder vor dem Haus und wird über flexible Schläuche an Vor- und Rücklauf angeschlossen, meist mit Storz-Kupplungen an Einspeisestellen in DN 25 (1″). Im Gerät erwärmen Heizstäbe das Heizwasser auf bis zu 90 °C Vorlauf. Heizkörper und Fussbodenheizung bleiben in Betrieb, der eigene Kessel ruht.
- Typische Einsätze: Heizungsausfall in einer Wohnung oder einem kleinen Gebäude, Heizungsersatz durch eine Wärmepumpe, Estrich Wohnung für Wohnung.
- Estrich aufheizen: Ein automatisches Aufheizprogramm heizt neue Unterlagsböden über die Fussbodenheizung auf, auch wenn später eine Wärmepumpe heizt. Als Richtwert reichen etwa 20 kW an 32 A für bis zu 200 m² und etwa 36 kW an 63 A für bis zu 350 m².
- Warmwasser: Mit einer Frischwasserstation lässt sich auch das Brauchwasser erwärmen. Ob das gewählte Gerät das abdeckt, klärt der Fachbetrieb.
- Gerät: rund 30 bis 50 kg, als Beispiel 750 × 450 × 300 mm; eine Person kann es auf der Sackkarre bewegen.
RichtwerteEstrichflächen, Gewichte und Masse beschreiben gängige Geräte im Mietpark. Wie viel Leistung Ihr Unterlagsboden braucht, legt der Fachbetrieb mit Ihnen fest.
Luftgeführt: warme Luft direkt in den Raum
Ein luftgeführtes Gerät, der elektrische Heizlüfter, braucht keinen Heizkreis. Ein Ventilator bläst Luft über ein elektrisches Heizregister und gibt sie erwärmt wieder ab, direkt in den Raum oder über einen Warmluftschlauch dorthin, wo die Wärme gebraucht wird. Schläuche an der Heizung, Befüllen und Entlüften entfallen; es braucht nur den Stromanschluss.
- Typische Einsätze: Rohbau und Ausbau ohne laufende Heizung, Hallen und Lager, Zelte und einzelne Räume, in denen die Heizung fehlt.
- Schnell warm, ohne Speicher: Die Luft erwärmt sich rasch und kühlt ebenso rasch wieder ab, wenn das Gerät ausgeht. Warme Luft steigt auf; in hohen Räumen sammelt sie sich unter dem Dach.
- Kein Aufheizprogramm für den Estrich: Einen Unterlagsboden mit Fussbodenheizung heizt nur ein wassergeführtes Gerät nach Programm auf.
- Ohne Abgas: Anders als Warmlufterzeuger mit Öl- oder Gasbrenner braucht ein elektrischer Heizlüfter weder Abgasrohr noch Brennstofftank und darf in geschlossenen Räumen stehen.
Beides lässt sich kombinieren: Ein wassergeführtes Gerät versorgt dann ein Luftheizregister, das die Wärme als warme Luft abgibt. In der Anfrage heisst diese Wärmeverteilung «Wasser + Luftheizregister».
Wasser oder Luft? Der Vergleich
| Kriterium | Wassergeführt | Luftgeführt |
|---|---|---|
| Wärme gelangt | über Heizwasser in Heizkörper oder Fussbodenheizung | als warme Luft, direkt oder über einen Warmluftschlauch |
| Voraussetzung | vorhandene Heizung mit Einspeisestellen an Vor- und Rücklauf | nur ein Stromanschluss |
| Estrich aufheizen | ja, mit Aufheizprogramm über die Fussbodenheizung | nein |
| Warmwasser | möglich, etwa über eine Frischwasserstation | nein |
| Nach dem Ausschalten | Heizflächen und Estrich geben noch eine Weile Wärme ab | die Wärme endet rasch |
| Typischer Einsatz | Wohnung, kleines Gebäude, Heizungsausfall, Estrich | Rohbau, Halle, Zelt, Räume ohne Heizung |
Welcher Stromanschluss liefert wie viel Leistung?
Bei beiden Bauarten wird Strom eins zu eins zu Wärme. Die Leistung begrenzt deshalb der Anschluss, nicht das Gerät:
| Stromanschluss | Nutzbare Heizleistung |
|---|---|
| 16 A, 230 V | rund 2.5 bis 3 kW |
| 16 A, 400 V | rund 7.5 bis 11 kW |
| 32 A, 400 V | rund 16 bis 20 kW |
| 63 A, 400 V | rund 36 bis 40 kW |
RichtwerteZusammengefasst aus den Anschlusstabellen gängiger wassergeführter Elektroheizgeräte mit 20 und 40 kW. Für Heizlüfter setzt der Anschluss dieselbe Grenze; die genauen Werte stehen in den Produktunterlagen.
Reicht der vorhandene Anschluss nicht, braucht es einen Baustromverteiler oder eine Trafostation. Angeschlossen wird nach NIN durch eine Fachperson mit Installationsbewilligung nach NIV, auf Baustellen mit Fehlerstromschutz 30 mA.
Wann ein Heizmobil die bessere Wahl ist
Über rund 40 kW stösst die Elektroheizung an den Stromanschluss, und im Dauerbetrieb ist Direktstrom die teuerste Variante je Kilowattstunde. Muss ein Mehrfamilienhaus, ein Gewerbebau oder eine grosse Baustelle über Wochen beheizt werden, ist das Heizmobil die übliche Lösung: eine Heizzentrale im Anhänger mit Heizkessel und 80 bis 900 kW, die mit Heizöl, Gas oder Pellets heizt und nur 16 oder 32 A für Brenner, Pumpe und Regelung braucht. Für Industrie, Spitäler und Wärmenetze folgt der Heizcontainer. Alle Energieträger im Vergleich zeigt die Seite Mobile Heizung & Heizzentrale.
So fragen Sie eine mobile Elektroheizung an
Die Anfrage läuft über dieselbe Wärme-Anfrage wie für Heizmobil und Heizcontainer. Wählen Sie beim bevorzugten Brennstoff «Strom» und bei der Wärmeverteilung «Wasser (Vorlauf / Rücklauf)» oder «Luft (Warmluftschlauch)». Geht es um den Estrich, geben Sie die Fläche an: bis 200 m², bis 350 m² oder mehr.
Die Swiss Energy Group vermietet selbst keine Geräte. Wir verbinden Handwerksbetriebe, Vermieter, Gewerbe, Industrie und öffentliche Einrichtungen kostenlos mit einem Schweizer Fachbetrieb, den wir persönlich kennen, so regional wie möglich. Offerte, Lieferung und Service laufen direkt über diesen Betrieb.
In 2 Minuten angefragt
Anlage, Leistung und Standort nennen, den Rest klärt ein Schweizer Fachbetrieb aus Ihrer Region mit Ihnen, kostenlos und ohne Verpflichtung.
Kostenlose Offerte anfordern